Die meisten Menschen betrachten die CSU als die kleine Schwester der großen CDU und beschränken ihren Wirkungskreis ausschließlich auf Bayern. Aber die CSU hatte immer ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Verteilung der Posten in einer von der CDU geführten Regierung ging. Und in diesem Superwahljahr 2009 wird das nicht viel anders sein.

So macht die CSU zum Beispiel Angela Merkel für die schlechten Umfrageergebnisse im Frühjahr verantwortlich und kritisiert sehr heftig den Führungsstil der Kanzlerin. So würden sich die Stammwähler der Christlich-sozialen Union, wie die Landwirte, der Mittelstand und auch die Rechtskonservativen vom Programm der großen Koalition nicht angesprochen fühlen und die CDU macht Angela Merkel auch indirekt für die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich. Worte wie Enteignung und Verstaatlichung kämen bei den potentiellen Wählern der CSU nicht so besonders an.

Nach Meinung der CSU kommt es im Wahlkampf im Besonderen auch auf die Stimmen aus Bayern an und darauf könne die Union nicht verzichten. Es kommt immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Schwesterparteien, so zum Beispiel auch wenn es um das Dauerthema Steuersenkungen geht. Die Pläne der großen Koalition den Grundsteuersatz anzuheben, findet der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer nicht ausgereift und ist damit nicht einverstanden. Er ist davon überzeugt, dass man diese Pläne noch einmal ändern sollte und will das gegenüber der CDU auch durchsetzen.

Nach den Worten des CSU Generalsekretärs Dobrindt solle sich die Partei im Wahlkampf auf die alten und bewährten Traditionen besinnen und gleichzeitig als moderne Partei dem Wähler präsentieren.